Karriere im Tauchsport: Christopher Hokkanens unerwarteter Weg

scuba diving
SSI Master Instructor Christopher Hokkanen standing in shallow water in diving equipment

Für viele beginnt das Tauchen als Hobby, als Möglichkeit, im Urlaub die Unterwasserwelt zu erkunden. Für Christopher Hokkanen wurden diese ersten Tauchgänge zum Beginn von etwas viel Größerem. Heute hat der finnische SSI-Master Instructor eine Tauchkarriere aufgebaut, die von der Ausbildung von Sporttauchern über das Berufstauchen bis hin zu Search & Recovery, Sicherheit am Set und Unterwasserschauspiel reicht.

Seine Reise führte ihn vom Bergen von vor einem halben Jahrhundert verlorenen Eheringen bis hin zur Gewährleistung der Sicherheit von Schauspielern unter Wasser bei großen Filmproduktionen. Jede neue Rolle schien ihn an einen anderen Ort zu führen. Doch hinter jeder einzelnen standen dieselben Fertigkeiten, dieselbe Disziplin und dieselbe Verbindung zum Wasser, die ihn von Anfang an geprägt hatten.

Er hätte nie gedacht, dass ihn das Tauchen so weit bringen würde. Das ist vielleicht der faszinierendste Teil seiner Geschichte. Wir haben uns mit Christopher zusammengesetzt, um herauszufinden, wie aus einer Leidenschaft ein außergewöhnliches Berufsleben wurde und warum die Konzentration auf den nächsten Schritt ihm Türen geöffnet hat, die er niemals hätte vorhersehen können.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie baust du dir eine Tauchkarriere auf, die über das Sporttauchen hinausgeht?
  2. Was hält dich nach mehr als 2.000 Tauchgängen noch motiviert?
  3. Warum ist „Search & Recovery“ so persönlich?
  4. Wie ist es, hinter der Kamera zu arbeiten?
  5. Was hat dir die Natur über Selbstvertrauen unter Wasser beigebracht?
  6. Wie kam das Tauchen zu Aquakino?
  7. Wie wird aus einem Traum eine Karriere im Tauchsport?
  8. Tiefer tauchen

Wie baust du dir eine Tauchkarriere auf, die über das Sporttauchen hinausgeht?

Deine berufliche Laufbahn umfasst Freizeittauchen, Berufstauchen, technisches Tauchen, Search & Recovery, Filmproduktionen und öffentliche Sicherheit. Viele Menschen sehen darin völlig unterschiedliche Welten. Sind sie das wirklich?

Die Rahmenbedingungen und Lernziele mögen sich ändern, die Grundprinzipien jedoch nicht. Ob ich nun einen Schüler bei seinen ersten Atemzügen als Anfänger begleite oder bei einer großen Filmproduktion für die Sicherheit sorge – die Grundlagen bleiben immer dieselben. Tarierung, Situationsbewusstsein, Kommunikation, Planung, Teamarbeit und Lösungsfindung sind die Fertigkeiten, auf denen alles andere aufbaut.

Das Berufstauchen nutzt diese Grundlagen in einem anderen Umfeld. Das Gleiche gilt für das technische Tauchen, Search & Recovery sowie das Public Safety Diving. Jedes hat seine eigenen Lernziele und seine eigene Ausrüstung, aber alle bauen auf Fertigkeiten auf, die man zuerst als Sporttaucher gelernt hat. Das ist ein Grund, warum ich das Unterrichten immer noch liebe. Der Schüler, der heute die Grundlagen lernt, wird vielleicht eines Tages Profi-Taucher oder genießt einfach ein Leben lang das Sporttauchen. Eine Tauchkarriere kann in Richtungen führen, die du nie erwartet hättest, aber alles beginnt immer noch damit, die Grundlagen zu beherrschen.

Divers training together with SSI Master Instructor Christopher Hokkanen

Was hält dich nach mehr als 2.000 Tauchgängen noch motiviert?

Du hast über 2.000 Tauchgänge absolviert und jahrelang Tausende von Menschen ausgebildet. Was motiviert dich nach all den Jahren noch?

Beim Unterrichten ging es noch nie nur darum, Zertifizierungen auszustellen. Es geht darum, die Tür zu einer völlig neuen Welt zu öffnen. Wenn ich zurückblicke, hätte ich mir nie vorstellen können, dass das Erlernen des Tauchens mich zum Berufstauchen, zur Unterwasserschauspielerei und zu einer Tauchkarriere führen würde, die mich so weit bringen würde.

Die größte Belohnung waren nie die Titel. Es war das Teilen der Leidenschaft, die mein Leben geprägt hat. Viele Menschen finden Frieden durch Meditation oder Yoga. Ich habe diesen Frieden schon immer unter Wasser gefunden. Mein Atem kommt zur Ruhe, meine Gedanken verlangsamen sich und alles wird klarer. Selbst wenn ich arbeite, ist diese Stille immer noch da. Ich hoffe, meine Geschichte inspiriert andere Taucher und regt sie dazu an, darüber nachzudenken, wohin ihre eigene Tauchkarriere sie führen könnte.

Warum ist „Search & Recovery“ so persönlich?

Du bist mittlerweile bekannt für deine Search & Recovery-Arbeiten, bei denen du alles von Eheringen bis hin zu Rolex-Uhren zurückbringst. Was treibt dich immer wieder ins Wasser?

Eines der größten Missverständnisse ist, dass es bei Search & Recovery um teure Gegenstände geht. In Wirklichkeit geht es fast nie um Geld. Es geht um Erinnerungen. Ein Ehering ist nicht einfach nur ein Stück Gold. Er kann für eine Ehe, Jahrzehnte gemeinsamen Lebens oder jemanden stehen, der nicht mehr unter uns ist. Wenn mich Leute kontaktieren, bitten sie mich, ihnen dabei zu helfen, einen Teil ihrer Geschichte wiederzufinden.

Viele dieser Bergungen erfolgen freiwillig, weil der emotionale Wert den monetären Wert überwiegt. Die Erleichterung, die Freude und manchmal auch die Tränen zu sehen, wenn ich etwas zurückgebe, das die Leute für immer verloren glaubten – das ist es, was mich immer wieder zurückbringt. Eine Bergung, die ich nie vergessen werde, waren die Eheringe von Auli Ranta, die 50 Jahre lang unter Wasser verloren waren. Ein halbes Jahrhundert später haben wir sie ihrem Besitzer zurückgegeben. Die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer und wurde unter anderem von „The Mirror“ in Großbritannien und anderen Medien aufgegriffen.

Insgesamt hatte ich das Privileg, verlorene Gegenstände im Wert von weit über 150.000 € zurückzugeben. Natürlich endet nicht jede Suche erfolgreich. Bei Search & Recovery kommt es auf Geduld und Vorbereitung an, und die nächsten Geschichten warten schon darauf, geschrieben zu werden. Im Moment bereite ich mich darauf vor, nach einer echten Schatzkiste aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu suchen, von der man annimmt, dass sie in einem finnischen See vergraben ist. Erfolg ist nie garantiert, aber die Spannung beginnt in dem Moment, in dem ich ins Wasser steige.

Möchtest du die Fertigkeiten der Unterwassersuche erlernen? Der SSI-Specialty-Kurs „Search & Recovery“ vermittelt Suchmuster, Tauchplanung und den Umgang mit spezieller Tauchausrüstung zum Auffinden verlorener Gegenstände unter Wasser.

Wie ist es, hinter der Kamera zu arbeiten?

Christopher Hokkanen wearing professional diving equipment and a full-face mask

Zu deinen Aufgaben gehören Sicherheitstauchen für Film und Fernsehen sowie Unterwasserschauspielerei. Wie ist es, hinter den Kulissen der Unterhaltungsbranche zu arbeiten?

Ein Berufstauchgang und ein Filmset mögen sehr unterschiedlich aussehen, aber beide beginnen mit Planung, Kommunikation und Risikobewertung. Die Arbeit eines Safety Diver besteht nicht nur darin, unter Wasser zu sein. Lange bevor die Kameras laufen, identifizieren wir potenzielle Gefahren und bereiten Notfallmaßnahmen vor. In vielerlei Hinsicht gelten dieselben Prinzipien sowohl für das SSI-Training „Diver Stress & Rescue“ als auch für das „Public Safety Diver“-Training. Erkenne Probleme frühzeitig und sei bereit, darauf zu reagieren.

Ich habe an Produktionen wie „Dead of Winter“ mit Emma Thompson und der japanischen Sendung „ItteQ“ mitgewirkt und dort für die Sicherheit unter Wasser der Sängerin CHANMINA gesorgt. Das Tauchen hat mir auch als Unterwasserschauspieler neue Horizonte eröffnet – in der Serie „Koskinen“ habe ich einen Rettungstaucher gespielt. Präzision, Tarierungskontrolle und Kommunikation sind hier genauso wichtig wie überall sonst in meiner Tauchkarriere. Ich werde oft gefragt, wie es ist, mit Prominenten zu arbeiten. Meine Antwort ist immer dieselbe: Dem Wasser sind Titel egal. Sobald man ins Wasser geht, sind alle gleich, und jeder verdient das gleiche Engagement für die Sicherheit.

Was hat dir die Natur über Selbstvertrauen unter Wasser beigebracht?

Du hast einige außergewöhnliche Situationen erlebt, von denen viele internationale Medienaufmerksamkeit erregt haben. Was haben dir diese Erfahrungen gelehrt?

Tauchen schenkt dir Momente, die nur sehr wenige Menschen jemals erleben, und manche davon machen die Kraft der Natur unübersehbar. Ein Moment in Tonga ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ich filmte gerade Buckelwale, als die Schwanzflosse eines Wals nur etwa fünf Zentimeter an meiner Brust vorbeistrich – nur einen Monat, nachdem ein anderer Taucher in einer ähnlichen Situation tödlich getroffen worden war. Bei dieser Entfernung bedürfen Größe und Kraft des Tieres keiner Erklärung. Man merkt sehr schnell, wie klein man neben ihm ist.

Humpback whale underwater during Christopher Hokkanen's dive in Tonga

Ein weiterer Vorfall ereignete sich auf den Malediven während einer Nahrungsaufnahme bei Ammenhaien. Innerhalb von Sekunden war ich von Dutzenden Haien umzingelt, die um Futter wetteiferten. Diese Erlebnisse haben mich in etwas bestärkt, woran ich während meiner gesamten Tauchkarriere geglaubt habe: Selbstvertrauen unter Wasser entsteht nicht durch das Eingehen von Risiken. Es entsteht durch Vorbereitung, Erfahrung und Respekt vor der Umwelt. Selbst im Chaos kehre ich immer wieder zu einem einfachen Grundsatz zurück: Innehalten, nachdenken, dann handeln. Diese Worte haben mich bei technischen Tauchgängen, kommerziellen Einsätzen und an Filmsets gleichermaßen geleitet.

Wie kam das Tauchen zu Aquakino?

Neben dem Tauchen hast du auch in den Bereichen Medien und Eventproduktion gearbeitet. Wie haben sich diese Welten miteinander verbunden?

Ich habe mir eine einfache Frage gestellt: „Wie kann Tauchen Teil der Geschichte werden, statt nur die Aktivität zu sein?“ Aus dieser Idee entstand Aquakino. Anstatt im Kino zu sitzen, schaut sich das Publikum „Der weiße Hai“ an, während es in einem Schwimmbad schwimmt. Professional Taucher bewegen sich unter ihnen und erzeugen live Spezialeffekte im Wasser, wodurch der Film den Zuschauern viel nähergebracht wird.

„Aquakino“ war ein sofortiger Erfolg und verkaufte in der ersten Woche mehr als 2.000 Tickets. Das hat mir gezeigt, dass Tauchen nicht innerhalb traditioneller Grenzen bleiben muss. Es kann Erlebnisse schaffen, die Menschen auf völlig unerwartete Weise inspirieren.

Wie wird aus einem Traum eine Karriere im Tauchsport?

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der gerade erst seine Reise beginnt?

Ich erinnere mich, wie ich mir den Karriereweg angesehen und gedacht habe, dass es unmöglich schien, SSI-Master Instructor zu werden. Damals dachte ich, ich würde meine „Advanced Open Water Diver“-Zertifizierung abschließen, Spezialkurse wie „SSI Deep Diving“ belegen und einfach nur das Freizeittauchen genießen.

Mein größter Fehler war, mich auf den Gipfel zu konzentrieren, statt auf den nächsten Schritt. Eine Gelegenheit führte zur nächsten, und aus dem Sporttauchen wurde eine Karriere als Taucher. Konzentriere dich nicht auf den Gipfel des Berges. Konzentriere dich auf den nächsten Schritt. Wenn du einen Traum hast, schreib ihn auf. Dann zerlege diesen Plan in kleine, erreichbare Ziele.

Das Schöne am Tauchen ist, dass wir unseren Weg selbst bestimmen. Manche träumen von Korallenriffen, andere vom technischen Tauchen mit SSI Extended Range (XR) und wieder andere möchten unterrichten. Letztendlich geht es nicht um Titel. Es geht um das einfache Privileg, unter Wasser zu sein. Dort bin ich zu Hause.

Man weiß nie, wohin dich dein erster Atemzug unter Wasser führen könnte.

Professional diver Christopher Hokkanen climbing from the water in commercial diving equipment

Tiefer tauchen


Dieser Beitrag wurde automatisch übersetzt und kann geringfügige Ungenauigkeiten enthalten; im Zweifel gilt die englische Originalversion.